Hagener KFD Frauen in Benin und Togo

Im Januar 2019 wurde von Kaplan Coffi wieder eine Reise in sein Heimatland Benin angeboten. Trotz der Vorbereitung waren die ersten Tage in Afrika ein echtes Abenteuer. Überall gab es fremde und außergewöhnliche Dinge zu sehen, hören und zu riechen. Wir waren alle sehr froh, dass Coffi uns als Einheimischer die Kultur Benins und die afrikanische Lebensweise erklären konnte, die für uns oftmals nicht nachvollziehbar war. Außerdem sorgte er immer wieder für Begegnungen mit Menschen, die es auf einer touristisch orientierten Reise nie gegeben hätte.

So konnten wir eine Kinderorthopädiestation und ein Krankenhaus besuchen, wo mit einfachsten Mitteln versucht wird, eine Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Die bedrückenden  Eindrücke von dort waren für viele von uns eine Erfahrung, um über die eigene Anspruchshaltung nachzudenken. Vor allem waren es die Frauen und Mütter, die dort die Betreuung ihrer Angehörigen sicherstellen mussten und das unter sehr schwierigen Bedingungen.

Weiter ging es nach Adjahonme wo ein Kindergarten/Schule gebaut wird. Es war schön zu sehen, wie schnell das Projekt, das viele Hagener finanziell unterstützt haben, fortschreitet und schon bald die ersten Kinder davon profitieren können.           

Sie sollen dort auf die Schule vorbereitet werden und müssen dafür erst einmal die Landessprache Französisch erlernen. Der Zugang zu Bildung ist die Chance auf ein besseres Leben in einem der ärmsten Länder Afrikas und der Welt. Da  dieses Projekt vom Bischof von Lakossa betreut wird, können alle Spendengelder ohne Verwaltungskosten 1:1 eingesetzt werden. Hilfe, die wirklich ankommt!

Den Alltag ohne Ausbildung haben wir auf einer Ananasplantage erlebt, wo ganze Familien als Tagelöhner für ein minimales Gehalt die Früchte ernten. Das Obst, das bis dato lecker schmeckte, bekam einen bitteren Beigeschmack für uns. Ganz junge Frauen mussten dort mit Kindern auf dem Rücken, schwerste körperliche Arbeiten verrichten. Andere kleine Mädchen durften nicht weiter am Schulunterricht teilnehmen, da sie als Arbeitskräfte dringend für das Familieneinkommen mitverantwortlich waren. Diese Bilder machten uns Frauen von der KFD, die an dieser Reise teilnahmen, sehr betroffen. Schön war es zu sehen wie an vielen Orten durch kirchliche Träger kleine Nähschulen für Mädchen aufgebaut werden, die dort eine Ausbildung machen können. Diese Projekte sollten wir als Frauen weiterhin dringend unterstützen.